Lebens- und Sozialberatung

Definition (Lebens- und Sozialberatungsverordnung)

Lebens- und Sozialberatung ist in Österreich seit 10. Juli 1998 gesetzlich geregelt.

Mit 14. Februar 2003 und 14. März 2006 erfolgte eine Änderung. Der Lehrgang Lebens- und Sozialberatung darf nunmehr ausschließlich an einer Ausbildungseinrichtung, deren Lehrgangsveranstaltung gemäߧ 119 Abs. 5 GewO 1994 vom Allgemeinen Fachverband des Gewerbes genehmigt wurde (§5 Abs.1) angeboten werden. Der Ausbildungslehrgang der CLS entspricht dieser gesetzlichen Ausbildungsverordnung.

  Der positive Abschluss des Lehrgangs berechtigt in Verbindung mit der Fachlichen Tätigkeit und Einzelselbsterfahrung zur Anmeldung und Ausübung des Gewerbes Lebens- und Sozialberatung.


Die Berufsbezeichnung während der Ausbildung und bis zum Erhalt des Gewerbescheins lautet Lebens- und SozialberaterIn in Ausbildung unter Supervision, danach Diplom-LebensberaterIn.

 

Aufgaben

In verschiedensten Lebenssituationen holen sich Menschen Unterstützung und Hilfe von anderen Menschen.
• Lebensberater/innen fördern und begleiten den Weg zur Selbsthilfe. Diese Hilfestellung ist ressourcenorientiert und beschäftigt sich mit dem spezifischen Problem und dem Klärungsauftrag des Ratsuchenden.
• Lebensberater/innen stellen im Dialog Wissen und methodische Ansätze problemorientiert zur Verfügung.
• Lebensberater/innen regen durch ihre Haltung in der Kommunikation die Selbstreflexion und die Reflexion von Lösungswegen an. Sie helfen Ratsuchenden dabei, Fragen und Probleme auch in einem geistlichen Zusammenhang wahrzunehmen. Sie verweisen z.B. auf Trostworte, erschließen das Gebet als Lebenshilfe, … usw.
• Lebensberater/innen führen keine Heilbehandlung im gesetzlichen Sinn (siehe Psychotherapeuten-Gesetz) durch. In Abgrenzung zur Psychotherapie begleiten sie Menschen in Problem- und Krisensituationen und haben nicht die Verantwortung einen Heilungsprozess zu begleiten.
• Lebensberater/innen vermeiden Lösungsrezepte und behalten im Blick, dass die meisten Problemlösungen in Prozessen gefunden werden, auf die eine Beraterin/ein Berater im Unterschied zur Therapeutin/zum Therapeuten punktuellen und veränderungsgezielten Einfluss nimmt. Der Erfolg für die Ratsuchende/den Ratsuchenden liegt darin, dass der zeitliche und der persönliche Aufwand, Lösungen zu finden, mit Hilfe einer salutogenen (auf die Gesunderhaltung) orientierten Lebensberatung vermindert wird. Das Problem wird transparenter, die Selbst- und Problem-Wahrnehmung erhält Struktur.

 

Tätigkeitsfelder

• Bewusste und geplante Beratung, Coaching, Counselling und Betreuung von Personen oder Institutionen insbesondere in den Gebieten Persönlichkeitsentwicklung, Selbstfindung, Problemlösung in Konfliktsituationen, Verbesserung der Beziehungsfähigkeit sowie psychologische Beratung (mit Ausnahme der Psychotherapie).
• Lebensbewältigungskompetenz zur Verfügung stellen, Lebens- und Glaubenshilfe vermitteln
(Einzelpersonen, Paare oder Gruppen mit privaten, familiären, beziehungsorientierten, beruflichen oder geistlichen Problemsituationen).
• Grenzen des eigenen Handelns gegenüber der Heilbehandlung (Psychotherapie und
Psychiatrie) erkennen und gemäß diesen Grenzen, sowie den eigenen Möglichkeiten entsprechend handeln.